Versicherungslexikon

Gefahrerhöhung einfach erklärt

Von einer Gefahrerhöhung spricht man, wenn sich das Risiko eines versicherten Schadens nach Vertragsabschluss deutlich verändert. In solchen Fällen kann der Versicherer den Vertrag anpassen oder unter bestimmten Umständen Leistungen einschränken.

Kurz zusammengefasst
Gefahrerhöhung bedeutet eine Veränderung des versicherten Risikos. Sie kann Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben. Oft besteht eine Pflicht, solche Veränderungen zu melden.

Was Gefahrerhöhung bedeutet

Eine Gefahrerhöhung liegt vor, wenn sich das Risiko eines Schadens nach Abschluss eines Versicherungsvertrages verändert und dadurch größer wird als ursprünglich vereinbart.

Versicherungsverträge basieren immer auf bestimmten Annahmen über das Risiko. Wenn sich diese Annahmen wesentlich ändern, kann das Auswirkungen auf den Vertrag haben.

Kurz gesagt: Gefahrerhöhung bedeutet, dass sich das versicherte Risiko nach Vertragsabschluss erhöht.

Was Gefahrerhöhung in der Praxis bedeutet

In der Praxis kann eine Gefahrerhöhung dazu führen, dass ein Versicherer den Vertrag überprüft oder anpasst. Je nach Situation kann der Beitrag steigen oder der Vertrag verändert werden.

Wichtig ist vor allem, dass Versicherte Veränderungen des Risikos nicht einfach ignorieren. In vielen Verträgen besteht die Pflicht, solche Änderungen mitzuteilen.

Wird eine relevante Gefahrerhöhung nicht gemeldet, kann das im Schadenfall Folgen für die Leistung haben.

Veränderung des Risikos kann Vertragsanpassung auslösen Mitteilungspflichten möglich

Typische Beispiele für Gefahrerhöhung

  • eine neue Nutzung eines Gebäudes mit höherem Risiko
  • längere Abwesenheit in einer Wohnung
  • Veränderungen im beruflichen Risiko
  • technische Veränderungen mit höherem Schadenspotenzial

Ob eine Veränderung tatsächlich als Gefahrerhöhung gilt, hängt immer von den konkreten Vertragsbedingungen und der jeweiligen Situation ab.

Typische Missverständnisse

Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein Versicherungsvertrag unabhängig von Veränderungen immer unverändert weiterläuft. Tatsächlich können Veränderungen des Risikos Auswirkungen auf den Vertrag haben.

Ebenso wird oft unterschätzt, dass manche Änderungen meldepflichtig sein können. Deshalb lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Vertragsbedingungen.

Entscheidend ist immer die konkrete Situation und die vertragliche Regelung.

Über den Autor

Marcel Turek ist Versicherungs- und Finanzanlagenfachmann mit über 25 Jahren Berufserfahrung. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der privaten Krankenversicherung und der Beratung von Beamten.

Auf Versicherungsinsider erklärt er Zusammenhänge rund um Versicherungen verständlich und ordnet typische Denkfehler ein.